Schweden hat im europäischen Vergleich eine ausgesprochen konservative Drogenpolitik — „Nulltoleranz“, die den persönlichen Drogenkonsum sowie Besitz und Handel kriminalisiert. Dies schafft besondere Hürden für schwule und bisexuelle Männer, die Chemsex praktizieren, da die Suche nach Hilfe implizit ein Eingeständnis illegaler Aktivitäten bedeutet. In der Praxis unterliegen Gesundheitsdienstleister, einschließlich des Personals von Venhälsan und RFSL, der beruflichen Schweigepflicht und melden den persönlichen Drogenkonsum nicht der Polizei – offen mit ihnen zu sprechen ist aus rechtlicher Sicht sicher.
Für Drogenmechanismen, Überdosierungsprotokolle und Prinzipien der Schadensminderung, siehe Chemsex: Sicherheit – Allgemeine Anleitung.
Notfall
112 — Krankenwagen.
Wenn jemand nicht mehr ansprechbar ist: rufen Sie 112 an. Sagen Sie, dass die Person das Bewusstsein verloren hat und Sie glauben, dass sie möglicherweise eine dämpfende Substanz eingenommen hat. Sie müssen die spezifische Droge nicht identifizieren, um einen Krankenwagen zu bekommen. Schwedische Rettungsdienste behandeln Überdosierungen als medizinische Notfälle, nicht primär als strafrechtliche Angelegenheiten.
Erster Kontakt: Venhälsan und RFSL
Klinik für sexuelle Gesundheit (Stockholm): 08-616 37 20 RFSL (national): rfsl.se / 020-34 13 16
Venhälsan verfügt über spezifische Erfahrung mit Chemsex unter schwulen und bisexuellen Männern und Personal, das in nicht-wertender Schadensminderungsberatung geschult ist. Dies ist der geeignetste erste Kontaktpunkt für die Überschneidung von sexueller Gesundheit und Chemsex.
Der Beratungsdienst (rådgivning) von RFSL befasst sich ebenfalls mit Chemsex-Anliegen und kann Unterstützung in Bezug auf die psychologischen Dimensionen bieten.
Spezialisierte Unterstützung
Venhälsan Beratungsdienst — direkter erster Kontakt bei Chemsex und Überschneidungen mit sexueller Gesundheit.
RFSL Rådgivningen — individuelle Beratung zu Beziehungsproblemen, Sexualität, psychischer Gesundheit und Drogenkonsum. rfsl.se/rfsl-stockholm/radgivningen
Beroendemottagning (Suchtambulanz) — öffentliche Suchtbehandlungsdienste, die über Ihre Vårdcentral mit einer Remiss (Überweisung) zugänglich sind. Beurteilung, Beratung und medizinische Unterstützung für Menschen, die reduzieren oder aufhören möchten.
Nadel- und Spritzentausch — Dienste existieren in Stockholm und größeren schwedischen Städten. Fragen Sie bei Ihrer Vårdcentral, RFSL oder Venhälsan nach dem nächsten Standort.
PrEP während Chemsex
Tägliche PrEP bietet fortlaufenden Schutz über die Sessions hinweg. Wenn Sie PrEP nach Bedarf (2+1+1) verwenden, müssen die Dosen vor dem Sex tatsächlich eingenommen werden – was bei spontanen oder längeren Sessions schwieriger sein kann. Sprechen Sie mit Venhälsan darüber, welcher PrEP-Ansatz am besten zu Ihrem Nutzungsmuster passt.
Notfallkontakte
112 — Rettungsdienst 1177 — Gesundheitsberatung Karolinska Huddinge Infektionsakuten (08-585 800 00, 24h) — für PEP nach einer Chemsex-Session mit potenzieller HIV-Exposition
Siehe auch: GHB/GBL-Leitfaden | Chemsex-Sicherheit | PrEP-Mechanismen