PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) ist eine 28-tägige antiretrovirale Medikamentenkur, die eine HIV-Infektion nach einer möglichen Exposition verhindern kann. Sie muss innerhalb von 72 Stunden begonnen werden – je früher, desto besser. Jede Stunde zählt.

Wohin in Tallinn

Gehen Sie direkt in die Notaufnahme der Nakkuskliinik (Klinik für Infektionskrankheiten):

Lääne-Tallinna Keskhaigla — Notaufnahme Paldiski mnt 62, 10617 Tallinn 24/7 geöffnet | Telefon: +372 651 2000

Gehen Sie hinein und sagen Sie der Rezeption oder dem Triage-Personal:

„Ich hatte riskanten Geschlechtsverkehr und ich brauche PEP. Das war vor [X] Stunden.“ ("Ich hatte einen riskanten Sexualkontakt und benötige PEP. Es war vor [X] Stunden.")

Das Personal in Paldiski mnt 62 hat Erfahrung mit PEP-Anfragen. Sie werden beurteilt, getestet (schneller HIV-Test) und – wenn PEP angemessen ist – noch während desselben Besuchs mit der Medikation begonnen.

Wohin in Tartu

Universitätsklinikum Tartu — Notaufnahme Kliinikumi tee 6, 50406 Tartu kliinikum.ee | Telefon: +372 731 8211

Die Notaufnahme des Universitätsklinikums Tartu kann PEP einleiten. Die Abteilung für Infektionskrankheiten am selben Standort übernimmt die Nachsorge.

Wohin in Narva

Für Menschen in Ostestland kann die Linda Kliinik (Linda 4, Narva) während der Klinikzeiten bei dringenden sexuellen Gesundheitsbedürfnissen helfen. Außerhalb der Klinikzeiten befindet sich der nächste Notfall-PEP-Zugang in Tallinn oder Tartu. Angesichts der Entfernung kann eine Reise nach Tallinn für eine PEP-Einleitung noch am selben Abend notwendig sein.

Wenn Sie in Narva sind: Rufen Sie zuerst die Linda Kliinik (+372 35 74 455) an – sie können möglicherweise außerhalb der regulären Öffnungszeiten beraten oder helfen.

Was danach geschieht

  1. Beurteilung — der Arzt überprüft die Art der Exposition und testet Ihren HIV-Status.
  2. Starter-Medikation — wenn PEP angemessen ist, erhalten Sie die ersten Dosen sofort vor Ort.
  3. Folge-Rezept — der vollständige 28-tägige Kurs wird digital (Digilugu) verschrieben und in jeder Apotheke ausgehändigt.
  4. Kontrolltests — Ausgangs-Blutuntersuchung plus anschließender HIV-Test an Tag 28 und nach 3 Monaten.
  5. PrEP-Gespräch — wenn diese Exposition ein anhaltendes Risiko darstellt, wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, ob PrEP für Sie geeignet ist.

Kosten für PEP in Estland

  • Haigekassa versichert: PEP ist abgedeckt. Es fallen die üblichen Behandlungszuzahlungen an.
  • EHIC (besuchende EU-Bürger): Notfall-/medizinisch notwendige PEP sollte unter EHIC abgedeckt sein.
  • Nicht versichert: Sie werden beurteilt und behandelt – Estland weist keine Notfallpatienten ab. Sie erhalten eine Rechnung; kontaktieren Sie das Sozialdienstteam des Krankenhauses, wenn die Kosten ein Hindernis darstellen.

Das 72-Stunden-Fenster

Zeit seit ExpositionMaßnahme
Unter 72 StundenGehen Sie jetzt zur Notaufnahme in Paldiski mnt 62 oder zum Universitätsklinikum Tartu
Über 72 StundenPEP ist nicht wirksam — lassen Sie sich testen und nach 4–6 Wochen nachuntersuchen
4–6 Wochen späterHIV-Test, auch wenn Sie keine PEP eingenommen haben

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