Zeitfenster: Unter 72 Stunden. Idealerweise unter 24. Jede Stunde zählt. Kosten: Von der LAMal-Versicherung übernommen – gemäss Ihren Regeln für Franchise und Selbstbehalt.
Für das vollständige klinische Bild – was PEP ist, wie es wirkt und für wen es geeignet ist – siehe zuerst PEP: Das Notfallprotokoll.
Wohin gehen
Gehen Sie in die Notaufnahme (Urgences auf Französisch, Notfall/Notaufnahme auf Deutsch) des nächsten Universitätsspitals. Universitätsspitäler verfügen über diensthabende Infektiologenteams, die PEP sofort beurteilen und einleiten können, auch ausserhalb der normalen Öffnungszeiten.
Zürich: USZ — Universitätsspital Zürich, Rämistrasse 100, 8091 Zürich Die Notaufnahme ist 24/7 geöffnet. Sagen Sie bei der Triage: „Ich hatte ein HIV-Risiko und brauche PEP.“
Genf: HUG — Hôpitaux Universitaires de Genève, Rue Gabrielle-Perret-Gentil 4, 1205 Genève Sagen Sie bei der Triage: „J'ai eu un risque HIV et j'ai besoin d'une prophylaxie post-exposition.“
Lausanne: CHUV — Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Rue du Bugnon 46, 1011 Lausanne Die gleiche Formulierung wie in Genf.
Bern: Inselspital — Universitätsspital Bern, Freiburgstrasse 18, 3010 Bern Sagen Sie bei der Triage: „Ich hatte ein HIV-Risiko und brauche PEP.“
Basel: Universitätsspital Basel (USB), Petersgraben 4, 4031 Basel
Für andere Städte und Regionen: Gehen Sie zum nächsten Kantons- oder Regionalspital mit einer Notaufnahme. Alle grösseren Spitäler führen PEP-Medikamente. Rufen Sie im Zweifelsfall zuerst die medizinische Notrufnummer an (siehe unten).
Was Sie bei der Triage sagen sollten
Seien Sie präzise. Spielen Sie nichts herunter. Dies ist ein medizinischer Notfall, und Sie müssen die Dringlichkeit klar kommunizieren.
Deutsch: „Ich hatte vor [X] Stunden eine sexuelle Hochrisiko-Exposition für HIV und brauche Post-Expositionsprophylaxe.“ (Ich hatte vor [X] Stunden eine sexuelle Hochrisiko-Exposition gegenüber HIV und benötige eine Post-Expositionsprophylaxe.)
Französisch: „J'ai eu une exposition sexuelle à haut risque pour le VIH il y a [X] heures et j'ai besoin d'une prophylaxie post-exposition.“
Italienisch (Tessin): „Ho avuto un'esposizione sessuale ad alto rischio per l'HIV [X] ore fa e ho bisogno della profilassi post-esposizione.“
Geben Sie den klinischen Kontext an, falls Sie ihn haben: War Ihr Partner HIV-positiv oder unbekannten Status? Welche Art der Exposition (rezeptiver Analsex ohne Kondom ist der Übertragungsweg mit dem höchsten Risiko)? Je spezifischer Sie sind, desto schneller erfolgt die Beurteilung.
Die Versicherungsfrage
Hier wird das Schweizer System kompliziert. Wie PEP von Ihrer Versicherung eingestuft wird, ist wichtig:
Als „Unfall“ (Unfall/accident) klassifiziert: Wenn Ihr Arbeitgeber oder eine separate Unfallversicherung das Ereignis abdeckt – zum Beispiel, wenn ein Kondom gerissen ist und dies als mechanischer Fehler eingestuft werden kann – haben einige Versicherer dies als Unfallanspruch akzeptiert. Eine Unfallversicherung hat typischerweise einen niedrigeren oder keinen Selbstbehalt für die Notfallversorgung. Es lohnt sich wirklich, dies anzusprechen: „Kann dies als Unfall eingestuft werden?“ (Kann dies als Unfall eingestuft werden?). Das Spitalteam wird es oft standardmässig als Krankheit einstufen – das Unfallargument ist einen Versuch wert, aber nicht garantiert.
Als „Krankheit“ (Krankheit/maladie) klassifiziert: Die Standardklassifizierung. Ihre volle LAMal-Franchise kommt zur Anwendung. Falls Ihre Franchise 2.500 CHF beträgt und Sie diese noch nicht erreicht haben, erhalten Sie eine erhebliche Rechnung – möglicherweise die vollen Kosten für die PEP-Verschreibung und die Notfallkonsultation, die sich auf mehrere hundert CHF belaufen können.
Lassen Sie sich nicht von Kostenüberlegungen aufhalten. Die Rechnung kann verwaltet, angefochten oder in Raten bezahlt werden. Eine HIV-Infektion kann nach 72 Stunden nicht mehr rückgängig gemacht werden. Gehen Sie sofort.
EU/EWR-Besucher mit EHIC: Die Schweiz hat bilaterale Gesundheitsabkommen mit EU-Ländern. Die EHIC kann Notfallbehandlungen abdecken, die Details variieren jedoch je nach Herkunftsland – legen Sie Ihre Karte vor und das Spital wird die Deckung überprüfen. Es werden Ihnen wahrscheinlich immer noch Kosten entstehen.
Nichtansässige ohne Deckung: Sie werden behandelt. Die Rechnungsverwaltung kann nachträglich geklärt werden. Gehen Sie.
Der Ablauf
Starter-Pack: Das Notfallteam wird Ihnen typischerweise die ersten Tage der PEP-Medikation zur Verfügung stellen, bevor Sie das Spital verlassen.
Nachsorge: Sie müssen einen Folgetermin bei einem Infektiologen – entweder in der Spitalambulanz oder über einen SwissPrEPared Checkpoint – vereinbaren, um den vollständigen 28-Tage-Kurs abzuschliessen, die Verschreibung zu bestätigen und mit den HIV-Folgetests zu beginnen.
Nach PEP: Erwägen Sie PrEP. Wenn Sie PEP mehr als einmal benötigen oder regelmässig Situationen mit HIV-Risiko ausgesetzt sind, ist PrEP das geeignete Präventionsmittel. Siehe PrEP in der Schweiz: SwissPrEPared.
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