Die Niederlande verfügen über die am weitesten entwickelte Infrastruktur zur Chemsex-Risikoreduzierung aller in dieser App abgedeckten Länder – hauptsächlich aufgrund der Stellung Amsterdams als europäisches Partyziel und der niederländischen Tradition einer pragmatischen Drogenpolitik. Wenn Sie in den Niederlanden mit Chemsex zu tun haben, stehen Ihnen mehr Unterstützungsoptionen zur Verfügung als fast überall sonst.

Die Drogenlandschaft

Crystal Meth (Crystal, Tina) — Erhebliche Präsenz in der Amsterdamer Schwulenszene. Hohes Abhängigkeitspotenzial.

GHB / GBL (G) — Sehr weit verbreitet in der niederländischen schwulen Party- und Sexkultur. Die medizinisch gefährlichste Chemsex-Droge.

Mephedrone (Mef, M-CAT) — Vorhanden.

Kokain — Häufig im Nachtleben, präsent in sexuellen Kontexten.

MDMA — Weit verbreitet in der niederländischen Partykultur im Allgemeinen; kommt in einigen sexuellen Kontexten vor.

Die Niederlande haben eine pragmatische Drogenpolitik – der persönliche Besitz kleiner Mengen ist formell illegal, wird aber de facto bei den meisten Substanzen toleriert. Dies erleichtert die Suche nach Hilfe ohne Angst vor Strafverfolgung, was ein echter Vorteil für die öffentliche Gesundheit ist.

GHB-Notfall

Eine GHB-Überdosis ist der häufigste Chemsex-Notfall in Amsterdam.

Rufen Sie sofort 112 an, wenn jemand nicht reagiert oder nicht geweckt werden kann.

Stabile Seitenlage. Bleiben Sie bei der Person. Teilen Sie dem Operator mit, was eingenommen wurde. Die Amsterdamer Rettungsdienste sind erfahren mit GHB-Überdosen – dies ist kein ungewöhnlicher Anruf.

Unterstützungsressourcen

GGD Amsterdam — Chemsex Die GGD Amsterdam bietet ein spezifisches Chemsex-Unterstützungsprogramm an. Kontaktieren Sie uns über ggdamsterdam.nl oder die Soa Poli (020 555 5822) und fragen Sie gezielt nach Chemsex-Unterstützung oder dem „Chemsex-Konsult“. Dies ist einer der umfassendsten schwulenspezifischen Chemsex-Unterstützungsdienste in Europa.

Mainline Foundation mainline.nl — In Amsterdam ansässige Organisation zur Risikoreduzierung mit spezifischem Fachwissen im Bereich Chemsex. Bietet praktische Informationen zur Risikoreduzierung, anonym und nicht-wertend. Eine der besten Ressourcen in Europa.

Jellinek (Suchtbehandlung) jellinek.nl — Amsterdams wichtigstes Suchtbehandlungszentrum. Spezifische LGBTQ+-Dienste und Verständnis für den Chemsex-Kontext. Sowohl ambulante als auch intensive Behandlungsoptionen.

Mann zu Mann / Manman manman.nl — Die Plattform von Soa Aids Nederland für schwule und bisexuelle Männer enthält Chemsex-spezifische Informationen, Leitlinien zur Risikoreduzierung und Links zu Unterstützungsangeboten.

Unity (Risikoreduzierung bei Veranstaltungen) Betreibt an vielen Amsterdamer Veranstaltungsorten und Events – Drogenprüfstellen, Informationen zur Risikoreduzierung.

Risikoreduzierung

Niemals G alleine konsumieren. Die wichtigste Regel. Eine GHB-Überdosis tritt ohne Vorwarnung auf und erfordert sofortiges körperliches Eingreifen.

Mischen Sie G nicht mit Alkohol. Schon eine geringe Menge erhöht das Überdosisrisiko dramatisch.

Drogenprüfung: Die Niederlande verfügen über einige der besten Drogenprüfungsdienste Europas (über Unity und einige GGD-Anlaufstellen). Wenn Sie sich bei einer Substanz unsicher sind, lassen Sie sie überprüfen.

PrEP während Chemsex: Wenn Sie PrEP einnehmen, lassen Sie keine Dosen aus – Chemsex schafft genau die Bedingungen für eine HIV-Übertragung. Wenn Sie keine PrEP einnehmen, siehe PrEP-Zugang in den Niederlanden.

Tests nach der Session: Testen Sie mindestens vierteljährlich – Rachen-, Anal- und Harnröhrenabstriche sowie Blut – bei der GGD Soa Poli oder über Ihren Hausarzt.

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