Chemsex – der Konsum von Drogen in sexuellem Kontext – ist in Litauen weniger sichtbar und wird weniger diskutiert als in größeren westeuropäischen Städten, existiert aber in der schwulen Gemeinschaft von Vilnius. Spezifische Chemsex-Unterstützungsressourcen für Schwule sind begrenzt; die Hauptanlaufstellen sind LGL und allgemeine Suchtdienste.
Die Drogenlandschaft
GHB / GBL (G) — Vorhanden und gefährlich. Kein Gegenmittel, geringe Spanne zwischen Freizeitdosis und Überdosis.
Crystal meth — In einigen Party- und sexuellen Kontexten in Vilnius vorhanden.
Amphetamine / speed — In der baltischen Partykultur weiter verbreitet; tauchen in einigen sexuellen Kontexten auf.
Litauen hat Drogengesetze, die den Besitz von Drogen mit strafrechtlichen Konsequenzen für den persönlichen Gebrauch ahnden. Die Inanspruchnahme medizinischer Hilfe bei einer Überdosis führt nicht zu einer Strafverfolgung – die Notfallversorgung hat Vorrang.
GHB-Notfall
Wenn jemand nach Einnahme von G nicht ansprechbar ist oder nicht geweckt werden kann:
Sofort 03 (Krankenwagen) oder 112 anrufen.
Stabile Seitenlage – auf die Seite legen. Bleiben Sie bei der Person. Teilen Sie den Notrufmitarbeitern mit, was eingenommen wurde. Zeit ist entscheidend.
Unterstützungsressourcen
LGL — Litauische Schwulenliga Web: lgl.lt LGL ist die primäre Kontaktstelle für schwule und bisexuelle Männer, die mit allem zu tun haben, was ihre Identität betrifft – einschließlich Substanzgebrauch. Sie können an entsprechende Unterstützungsdienste verweisen und eine nicht-wertende Peer-Verbindung herstellen. Englisch wird gesprochen.
Priklausomybės ligų centras (Suchtzentrum) Öffentliche Suchtbehandlungsdienste in Litauen sind über das Gesundheitssystem verfügbar. Fragen Sie Ihren Hausarzt nach einer Überweisung (siuntimas) oder kontaktieren Sie das Nationale Zentrum für öffentliche Gesundheit (Visuomenės sveikatos centras) für aktuelle Kontaktdaten. Nicht LGBTQ+-spezifisch.
Demetra demetra.lt — Demetras Arbeit zur Risikoreduzierung umfasst den Drogenkonsum in sexuellen Kontexten für schwule und bisexuelle Männer. Ihr Team kann beraten und weitervermitteln.
Risikoreduzierung
Nehmen Sie G niemals alleine. Haben Sie immer eine nüchterne Person dabei, die weiß, was Sie eingenommen haben.
Mischen Sie G nicht mit Alkohol. Erhöht das Überdosisrisiko erheblich.
PrEP und Testung: Chemsex erhöht das STI-Risiko erheblich. Wenn Sie PrEP nehmen, tun Sie dies konsequent. Lassen Sie nach einer Chemsex-Sitzung ein vollständiges STI-Panel bei Demetra und Santaros durchführen – Rachen-, Rektal-, Urethralabstriche plus Blut.
Mentale Gesundheit nach der Session: Der Absturz nach Stimulanzienkonsum, kombiniert mit Schamgefühlen über Sex in einem konservativen kulturellen Kontext, kann schwerwiegend sein. Die Beratungsdienste von LGL sind genau für diesen Moment da.