Chemsex ist ein anerkanntes Phänomen innerhalb der schwulen Gemeinschaften Italiens, insbesondere in Mailand und Rom. Italien verfügt über eine gute Infrastruktur zur Schadensminderung, und das Checkpoint-Netzwerk beginnt, Chemsex neben der sexuellen Gesundheitsarbeit expliziter anzugehen. Unterstützung ist hier möglich.

Die Drogenlandschaft in Italien

Crystal Meth (cristallo, metanfetamina) — In den schwulen Szenen Mailands und Roms vorhanden. Hohes Abhängigkeitspotenzial.

GHB / GBL (G, Gamma) — Vorhanden und gefährlich. Die Spanne zwischen einer Freizeitdosis und einer Überdosis ist gering. GHB hat kein Gegenmittel und keinen Umkehrmittel.

Mephedron (mef) — Synthetisches Stimulans, in Party- und Chemsex-Kontexten vorhanden.

Kokain — Generell weit verbreitet im italienischen Nachtleben; tritt in einigen sexuellen Kontexten auf.

Italien hat Drogengesetze, die den persönlichen Konsum grundsätzlich kriminalisieren, obwohl gesundheitsorientierte Ansätze gut etabliert und in der Praxis unterschiedlich durchgesetzt werden. Das Suchen medizinischer Hilfe bei einer Überdosis führt nicht zu einer Strafverfolgung.

GHB Notfall

Wenn jemand das Bewusstsein verliert oder nach der Einnahme von G nicht geweckt werden kann:

Rufen Sie sofort 118 (Ambulanz) oder 112 an.

Stabile Seitenlage — auf der Seite, Atemwege frei. Bleiben Sie bei der Person. Sagen Sie dem Notruf, was eingenommen wurde. Zeit ist entscheidend.

Unterstützungsressourcen

Milano Checkpoint Via dei Transiti 23, Mailand Web: milanocheckpoint.it Milano Checkpoint thematisiert Chemsex zunehmend als Teil seines Auftrags im Bereich sexuelle Gesundheit. Sie können Überweisungen zu geeigneten Unterstützungsdiensten anbieten und verfügen über Personal, das die Schnittmenge von Drogenkonsum, Sex und schwuler Identität versteht.

BLQ Checkpoint — Bologna Web: blqcheckpoint.it Ähnlicher Ansatz — nicht wertend, von der Gemeinschaft geführt, kann Sie zu Unterstützung navigieren.

SERD (Servizio per le Dipendenze / Suchtberatungsdienste) Italiens öffentliche Suchthilfedienste (SERD) existieren in jedem ASL-Gebiet. Kostenlos, vertraulich und zunehmend schadensminderungsorientiert. Nicht LGBTQ+-spezifisch, aber zugänglich. Fragen Sie die lokale Vertretung von Arcigay, ob sie ein SERD mit einem besseren Ruf in Ihrer Gegend kennt.

Arcigay Web: arcigay.it Lokale Vertretungen können Überweisungen und Peer-Verbindungen für Menschen anbieten, die mit Substanzkonsum in Verbindung mit ihrer LGBTQ+-Identität zu tun haben.

Schadensminderung

Nehmen Sie G niemals alleine. Das Überdosisrisiko bei GHB/GBL ist einzigartig hoch, wenn keine nüchterne Person anwesend ist.

Mischen Sie G nicht mit Alkohol. Schon eine geringe Menge Alkohol in Kombination mit GHB erhöht das Überdosisrisiko dramatisch.

Kennen Sie Ihre Dosen. GHB aus verschiedenen Quellen variiert erheblich in der Konzentration. Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis, wenn die Quelle unbekannt ist.

Testen Sie Ihre Drogen. Reagenz-Testkits sind online erhältlich und können feststellen, ob Substanzen das enthalten, was Sie erwarten. Italien verfügt nicht über weit verbreitete Drogen-Check-Dienste.

Stimulanzien und Sex: Crystal Meth und Mephedron unterdrücken Schmerzsignale, Durst- und Erschöpfungsanzeichen. Machen Sie echte Pausen. Dehydration und Überhitzung sind bei ausgedehnten Sessions reale Risiken.

PrEP und Tests: Chemsex erhöht das STI-Übertragungsrisiko dramatisch. Wenn Sie PrEP einnehmen, tun Sie dies konsequent. Lassen Sie nach einer Session ein vollständiges STI-Panel – Rachen-, Rektal-, Urethralabstriche plus Blut – an einem Checkpoint durchführen.

Die psychische Gesundheitsdimension

Der Absturz nach einer Session – Scham, Depression, Angst – ist nach Chemsex häufig, verstärkt durch Italiens katholischen sozialen Kontext und Ihre persönliche Beziehung zu Ihrer Sexualität. Dies ist eine neurologische und psychologische Folge, kein Beweis dafür, dass Sie ein schlechter Mensch sind.

Checkpoint-Teams sind damit erfahren. Arcigay kann Sie mit Peer-Support verbinden. Der Artikel Psychische Gesundheit in Italien enthält weitere Informationen zum Zugang zu unterstützender Hilfe.

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