Ob Sie PEP benötigen, das 28-Tage-Protokoll, welche Medikamente Ihnen verabreicht werden und wie Sie Nebenwirkungen managen können, lesen Sie zuerst PEP: Die Notbremse. Dieser Leitfaden behandelt die europäische Situation im Speziellen: wie Sie PEP schnell erhalten, wo immer Sie sich in Europa befinden.
PEP muss innerhalb von 72 Stunden nach Exposition begonnen werden. Idealerweise innerhalb von 24 Stunden. Lesen Sie diesen Leitfaden nicht – gehen Sie jetzt zur nächsten Notaufnahme und lesen Sie ihn später.
Der universelle Zugangsweg: Notaufnahme
In jedem EU-Land: Gehen Sie in die Notaufnahme. Warten Sie nicht auf einen Termin beim Hausarzt. Suchen Sie nicht nach einer Klinik für sexuelle Gesundheit. Gehen Sie direkt in die Notaufnahme.
Gehen Sie hinein und sagen Sie: „Ich hatte eine mögliche HIV-Exposition und brauche PEP — Post-Expositions-Prophylaxe.“
Das ist genug. Das Personal versteht, was PEP ist und wie dringend es ist. Falls sie unsicher wirken, fügen Sie hinzu: „Ich benötige sofort eine antiretrovirale Medikation, um eine HIV-Infektion nach einer möglichen Exposition zu verhindern.“
112 funktioniert in jedem EU-Land. Rufen Sie diese Nummer an, wenn Sie Hilfe beim Auffinden der nächsten Notaufnahme oder medizinische Unterstützung benötigen.
Wähle das richtige Krankenhaus: Wenn möglich, geh nicht in ein kleines Landkrankenhaus. Universitätskliniken und große städtische Notaufnahmen haben deutlich häufiger PEP-Antiretroviralia vorrätig.
Die Notaufnahme finden
Schau im jeweiligen Länder-Guide nach für den genauen lokalen Begriff für „Notaufnahme“ und den genauen Zugangsweg. Das stellt sicher, dass du schnell ein Taxi anweisen oder dich im Krankenhausverzeichnis zurechtfinden kannst.
Kosten in Europa
PEP über öffentliche Gesundheitssysteme ist in den meisten EU-Ländern kostenlos oder stark subventioniert. Notfallbehandlungen sind fast überall zugänglich, unabhängig von deiner Zahlungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Behandlung – die Abrechnung wird später geklärt. Private Versorgung, sofern in Anspruch genommen, verursacht Eigenkosten, die je nach Land variieren.
Wenn Sie reisen, bringen Sie Ihre EHIC (Europäische Krankenversicherungskarte) mit – diese kann die Kosten der PEP-Behandlung in anderen EU-Ländern im Rahmen deren öffentlicher Gesundheitssysteme abdecken. Details finden Sie in den länderspezifischen Leitfäden.
Nach PEP: Was kommt als Nächstes?
Nach Abschluss des 28-tägigen Kurses sind HIV-Tests nach 1 Monat, 3 Monaten und 6 Monaten nach Exposition erforderlich. Eine vollständige Zeitachse für die Tests nach PEP finden Sie unter Das Testprotokoll.
Wenn Sie PEP benötigt haben, lohnt sich ein Gespräch über PrEP – gleicher Schutz, ohne die 28-tägige Prozedur. Siehe PrEP in Europa: Zugang & Kosten.
☎️ Paneuropäische medizinische Rufnummern (Das 116 & 112 System)
Die Europäische Union hat bestimmte Telefonnummern in allen Mitgliedsstaaten harmonisiert, um sicherzustellen, dass du Hilfe bekommst, auch wenn du die lokalen Notrufnummern nicht kennst.
- 116 117 (Ärztlicher Bereitschaftsdienst): Gemäß EU-Beschluss 2007/116/EC ist dies die harmonisierte Nummer für nicht-notfallmedizinische Bereitschaftsdienste. Wenn du PEP an einem Sonntag oder spätabends brauchst und nicht weißt, welches Krankenhaus geöffnet hat, ruf 116 117 an. Der Operator leitet dich an die richtige Notfallpraxis oder Notaufnahme weiter. (Sehr aktiv in Ländern wie Deutschland, Finnland und Österreich). – Beachte, dass diese Nummer noch nicht in allen EU-Ländern aktiv ist.
- 112 (Notfall): Die universelle europäische Notrufnummer. Wenn du eine schwere medizinische Reaktion erlebst oder keinen PEP-Anbieter findest und das 72-Stunden-Fenster sich schließt, ist die 112 dein Sicherheitsnetz. Sie funktioniert von jedem Handy aus, auch ohne SIM-Karte, überall in der EU.
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