PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) ist eine 28-tägige antiretrovirale Medikation, die eine HIV-Infektion nach einer möglichen Exposition verhindern kann. Sie muss innerhalb von 72 Stunden begonnen werden – je früher, desto besser. Jede Stunde zählt.
Wohin gehen
In Deutschland ist PEP in den Notaufnahmen von Krankenhäusern an Unikliniken und größeren Allgemeinkrankenhäusern erhältlich. Gehen Sie direkt in die Notaufnahme und sagen Sie, dass Sie PEP benötigen. Sie brauchen keinen Termin.
Wichtige PEP-Krankenhäuser:
Berlin
Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum Rubensstraße 125, 12157 Berlin Station 12 ist auf HIV/Infektionskrankheiten spezialisiert – insbesondere erfahren im Umgang mit PEP-Anfragen von schwulen und bisexuellen Männern. Dies ist die etablierteste PEP-Anlaufstelle in Berlin.
Charité – Universitätsmedizin Berlin Mehrere Standorte (Mitte, Benjamin Franklin, Virchow). Alle Notaufnahmen können PEP einleiten.
Hamburg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) Martinistraße 52, 20246 Hamburg HIV-Kompetenzzentrum; Notaufnahme ist gut mit PEP vertraut.
Köln
Uniklinik Köln Kerpener Str. 62, 50937 Köln Große Abteilung für Infektionskrankheiten; gehen Sie zur Notaufnahme.
München
LMU Klinikum – Campus Innenstadt Ziemssenstraße 5, 80336 München Klinikum Schwabing (TUM) Kölner Platz 1, 80804 München Beide können PEP einleiten. Das LMU Klinikum verfügt über eine eigene HIV-Ambulanz.
Frankfurt
Universitätsklinikum Frankfurt Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt Abteilung für Infektionskrankheiten; die Notaufnahme bearbeitet PEP-Anfragen.
Was in der Notaufnahme zu sagen ist
„Ich hatte möglicherweise eine HIV-Exposition und benötige PEP. Das war vor [X] Stunden.“ ("Ich könnte HIV ausgesetzt gewesen sein und brauche PEP. Es war vor [X] Stunden.")
Das Personal wird Ihren Fall ernst nehmen. Möglicherweise müssen Sie warten, aber PEP-Anfragen werden als zeitkritisch behandelt.
Was als Nächstes passiert
- Beurteilung – Ein Arzt beurteilt die Art der Exposition und Ihren HIV-Status (Schnelltest).
- Starterpaket – Wenn PEP angemessen ist, erhalten Sie sofort einen Erstvorrat (in der Regel Medikamente für 3–7 Tage).
- Nachsorge – Sie müssen am folgenden Montag (oder am nächsten Werktag) einen Schwerpunktarzt aufsuchen, um die vollständige 28-Tages-Kur zu erhalten. Die Notaufnahme kann über das Starterpaket hinaus keine Rezepte ausstellen.
- Tests – Basis-HIV, Hepatitis B/C, großes Blutbild bei Beginn; Wiederholung des HIV-Tests an Tag 28 und erneut nach 3 Monaten.
Buchen Sie Ihren Termin zur Nachsorge bei einem Schwerpunktarzt, sobald Sie das Krankenhaus verlassen. Suchen Sie unter dagnä.de den nächstgelegenen HIV-Spezialisten – rufen Sie gleich Montagmorgen an.
PEP und deutsche Krankenversicherung
- GKV (gesetzliche Krankenversicherung): PEP ist abgedeckt. Sie zahlen die üblichen Krankenhauszuzahlungen.
- PKV (private Krankenversicherung): Im Allgemeinen abgedeckt; überprüfen Sie Ihre Police.
- Keine Versicherung / Besucher: Ihnen werden Kosten in Rechnung gestellt. Die Kosten können für die vollständige Kur 1.000–2.000 €+ betragen. Wenn Kosten ein Hindernis darstellen, fragen Sie den Sozialarbeiter des Krankenhauses nach Optionen – Aidshilfe-Organisationen haben manchmal Notfallfonds.
Die 72-Stunden-Regel
| Zeit seit der Exposition | Maßnahme |
|---|---|
| Unter 72 Stunden | Sofort in eine Notaufnahme gehen – PEP ist eine Option |
| Über 72 Stunden | PEP ist nicht wirksam – sprechen Sie mit einem Arzt über Tests und Überwachung |
| 4–6 Wochen später | Lassen Sie sich auf HIV testen, auch wenn Sie keine PEP eingenommen haben |
Wenn Sie unsicher sind
Rufen Sie die Aidshilfe-Hotline an: 0800 44 66 77 (kostenlos, 24/7). Sie können beraten, ob Ihre Exposition PEP rechtfertigt, und Sie zur nächstgelegenen Anlaufstelle lotsen.