PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) ist eine 28-tägige Notfallmedikation gegen HIV. Du musst damit innerhalb von 72 Stunden nach einer Risikosituation (z.B. Kondom gerissen mit einem Partner, dessen Status du nicht kennst) beginnen. Je früher du anfängst, desto wirksamer ist sie. In der Schweiz wird sie von der LAMal-Versicherung übernommen, aber deine Franchise und dein Selbstbehalt werden angerechnet.
🚨 Wo du jetzt sofort hingehen musst
Warte nicht auf einen passenden Termin. Wo du hingehst, hängt ganz von der Tageszeit ab.
| Zeit / Tag | Wohin gehen | Was dich erwartet |
|---|---|---|
| Jederzeit | Notfall / Urgences in einem Universitätsspital | 24/7 verfügbar. Die diensthabenden Spezialistenteams für Infektionskrankheiten leiten die PEP sofort ein. |
| Ausserhalb von Grossstädten | Notfallabteilung eines Kantons- / Regionalspitals | Alle grösseren Spitäler haben PEP-Medikamente vorrätig. |
Grosse Universitätsspitäler
- Zürich: USZ (Rämistrasse 100)
- Genf: HUG (Rue Gabrielle-Perret-Gentil 4)
- Lausanne: CHUV (Rue du Bugnon 46)
- Bern: Inselspital (Freiburgstrasse 18)
- Basel: Universitätsspital Basel / USB (Petersgraben 4)
Geh nicht zu deinem Hausarzt / médecin de famille (GP). Hausärzte können weder PEP verschreiben noch auf die Medikamente zugreifen. Sie werden dich nur weiterleiten, und du verlierst wertvolle Stunden.
🗣️ So kommst du durch die Triage
Seien Sie präzise. Spielen Sie nichts herunter. Dies ist ein medizinischer Notfall, und Sie müssen die Dringlichkeit klar kommunizieren.
- Benutze die Terminologie (Deutsch): „Ich hatte eine sexuelle Hochrisiko-Exposition für HIV und brauche Post-Expositionsprophylaxe.“
- Benutze die Terminologie (Französisch): „J'ai eu une exposition sexuelle à haut risque pour le VIH et j'ai besoin d'une prophylaxie post-exposition.“
- Gib den Zeitrahmen an: „Es war vor [X] Stunden / Il y a [X] heures.“
- Sei direkt bezüglich der Exposition: Sag genau, was passiert ist (z.B. aufnehmender Analsex ohne Kondom).
Das Starterpaket: Das Notfallteam wird dir normalerweise die ersten Tage PEP mitgeben. Die Nachuntersuchung ist obligatorisch. Bevor dein Paket leer ist, musst du einen Folgetermin bei einem Spezialisten für Infektionskrankheiten (Spital oder SwissPrEPared Checkpoint) buchen, um die 28-tägige Kur abzuschliessen.
💊 Die Medikamente: Was dich erwartet
Das übliche Schweizer PEP-Schema besteht normalerweise aus Truvada (oder einem Generikum) zusammen mit Raltegravir oder Dolutegravir (Tivicay).
- Es ist ein striktes Schema: PEP ist keine Pille danach. Es ist eine obligatorische 28-tägige Kur, und du darfst keine Dosen vergessen.
- Nebenwirkungen sind handhabbar: Es kann sein, dass du Übelkeit, Müdigkeit oder Durchfall bekommst, aber nicht jeder erlebt das. Die Klinik wird dir oft Medikamente gegen Übelkeit zusammen mit deiner PEP verschreiben.
- Nicht aufhören: Hör niemals auf, PEP zu nehmen, ohne vorher mit einem Arzt gesprochen zu haben.
💶 Kosten
Das Schweizer System wird kompliziert, je nachdem, wie es von der Versicherung eingestuft wird:
- „Unfall“ (Unfall/accident): Wenn es von der Unfallversicherung gedeckt ist (z.B. Kondom gerissen), hast du eine tiefere oder gar keine Franchise. Du kannst fragen: „Kann dies als Unfall eingestuft werden?“
- „Krankheit“ (Krankheit/maladie): Die Standardeinstufung. Deine volle LAMal-Franchise wird angewendet, was eine Rechnung von mehreren hundert CHF bedeuten kann.
- Besucher aus der EU/EWR mit EHIC: Zeig deine Karte vor. Die Deckung variiert je nach Herkunftsland.
- Nicht-Ansässige: Du wirst behandelt. Die Rechnungsabwicklung kann später geklärt werden. Lass dich nicht von den Kosten aufhalten.
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