PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) ist eine 28-tägige Notfallmedikation gegen HIV. Du musst sie innerhalb von 72 Stunden nach einem Risikokontakt (z.B. Kondom gerissen bei einem Partner mit unbekanntem Status) starten. Je früher du anfängst, desto wirksamer ist sie. In Österreich ist sie über das öffentliche Spitalssystem kostenlos (die ÖGK deckt Notfallbehandlungen ab).

🚨 Wohin jetzt sofort?

Warte nicht auf einen passenden Termin. Wohin du musst, hängt ganz von der Tageszeit ab.

Zeit / TagWohin gehenWas dich erwartet
Wochentag (Tagsüber)AKH Wien (Infektionsambulanz) oder das nächste UniversitätsklinikumDirekter Zugang zu Spezialisten für Infektionskrankheiten.
Abend / Wochenende / FeiertagNotfallaufnahme im AKH oder UniversitätsklinikumRechne damit, in der Triage zu warten. Sie werden den diensthabenden Infektiologen kontaktieren.

Große Städte

  • Wien: AKH Wien (Währinger Gürtel 18–20) oder Klinik Favoriten (Kundratstraße 3)
  • Graz: LKH Universitätsklinikum Graz (Auenbruggerplatz 1)
  • Linz: Kepler Universitätsklinikum (Wagner-Jauregg-Weg 15)
  • Salzburg: Universitätsklinikum Salzburg / SALK (Müllner Hauptstraße 48)
  • Innsbruck: Universitätsklinik Innsbruck (Anichstraße 35)
  • Klagenfurt: Klinikum Klagenfurt (Feschnigstraße 11)
  • Bregenz: LKH Bregenz (Carinagasse 47)

Geh nicht zu deinem Hausarzt. Hausärzte können PEP weder verschreiben noch vorrätig haben. Sie werden dich ins Krankenhaus schicken, was wertvolle Stunden verschwendet.

🗣️ So navigierst du die Triage

Sei in der Notfallaufnahme direkt und präzise, um eine schnelle Triage zu gewährleisten.

  • Verwende diese Formulierung: Sag: "Ich hatte vor [X] Stunden einen HIV-Risikokontakt und brauche Post-Expositions-Prophylaxe (PEP)."
  • Gib den Zeitpunkt an: Betone genau, vor wie vielen Stunden der Risikokontakt war.
  • Sei direkt, was den Kontakt angeht: Erklär genau, was passiert ist (z.B. passiver Analsex ohne Kondom). Spezifische Angaben beschleunigen die Einschätzung.

Das Starter-Pack: Das Krankenhaus gibt dir ein Starter-Pack für 5–7 Tage PEP-Medikation, um sofort zu beginnen. Die Nachsorge ist zwingend. Bevor das Starter-Pack aufgebraucht ist, musst du die Infektionsambulanz aufsuchen, um die vollständige 28-tägige Kur fortzusetzen.

💊 Die Medikation: Was dich erwartet

Die Standard-PEP-Therapie in Österreich besteht normalerweise aus Truvada (oder einem generischen Äquivalent), das zusammen mit entweder Raltegravir oder Dolutegravir (Tivicay) eingenommen wird.

  • Es ist ein strenges Schema: PEP ist keine Pille danach. Es ist eine zwingende 28-tägige Kur, und du darfst keine Dosen vergessen.
  • Nebenwirkungen sind meist beherrschbar: Du könntest Übelkeit, Müdigkeit oder Durchfall erleben, aber nicht jeder bekommt das. Die Klinik verschreibt dir oft Medikamente gegen Übelkeit zusammen mit deiner PEP.
  • Nicht absetzen: Setze PEP niemals ab, ohne vorher mit einem Arzt gesprochen zu haben.

💶 Kosten

PEP wird von der ÖGK (öffentliche Krankenversicherung) als Notfallbehandlung übernommen. Du zeigst deine e-card; die Kosten für die Medikation und die Spitalskonsultation sind abgedeckt. Wenn du keine ÖGK e-card hast:

  • Besucher aus der EU/EWR mit EHIC: Die Notfallversorgung ist abgedeckt. Legen Sie Ihre EHIC-Karte im Krankenhaus vor.
  • Besucher von außerhalb der EU: Notfallversorgung wird gewährleistet. Eine Rechnung kann folgen – kümmere dich danach darum.
  • Unversicherte Einwohner: Notfallversorgung wird trotzdem gewährleistet. Kosten können verhandelt werden.

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